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Albinismus

Albinismus ist die Bezeichnung für eine Gruppe angeborener Stoffwechselerkrankungen, die zu einer Störung der Melaninbildung führen.

Melanin ist ein dunkles Pigment, ein Farbstoff, der in Haut und Haaren vorkommt. Er schützt den Körper, indem er die Sonnenstrahlen absorbiert, also abfängt. Unter Einfluss von UV-Strahlen wird in der Haut Melanin gebildet, und die Haut wird dunkler. Ist die Pigmentbildung jedoch gestört, dann bleibt die Haut hell. Und damit ist sie empfindlicher für die Strahlung (Sonnenbrandgefahr !).

Melanin befindet sich normalerweise auch in der Netzhaut und in der Iris des Auges. Dort hat die Pigmentschicht einige wichtige Funktionen beim Sehvorgang.

Menschen mit Albinismus haben eine Vielzahl von Veränderungen am Auge, grundlegend sind dies:

1. Durch das Fehlen des Pigments in der Iris besteht eine stark erhöhte Blendempfindlichkeit.

2. In der Netzhautmitte kann sich die Stelle des schärfsten Sehens (Macula) nicht entwickeln, daraus resultiert das Augenzittern (Nystagmus)

3. Der Verlauf der Sehnerven durch das Gehirn ist bei Menschen mit Albinismus verändert, dies ist der Grund für ein häufig fehlendes räumliches Sehen und das Auftreten von Schielen.

Die angeblichen „roten Augen“ bei Albinismus sind übrigens in der Regel blau oder grau. Der Eindruck der „roten Augen“ entsteht lediglich durch die Reflektion des Lichts an der rötlichen Netzhaut, da die Iris ja kaum pigmentiert ist.

Was also das Leben von Menschen mit Albinismus wirklich behindert, ist die Sehschwäche, die auch durch Brillengläser nicht korrigiert werden kann. Sie sind besonders blendungs-empfindlich, stark kurz- oder weitsichtig, und die Sehschärfe ist deutlich eingeschränkt. Sie brauchen besondere Sehhilfen wie z. B. Vergrößerungsgläser, um Kleingedrucktes, wie Preisschilder, Fahrpläne und natürlich auch die Zeitung zu entziffern.

In Deutschland haben etwa 5.000 Menschen eine Form von Albinismus. Bei einem Teil davon sind ausschließlich die Augen betroffen, Haut und Haar haben eine normale Farbe.

Albinismus ist nicht heilbar, und mit psychischen Störungen hat es absolut nichts zu tun.

Übrigens brauchen Menschen mit Albinismus die Sonne nicht völlig zu meiden. Sie sollten im Freien eine Kopfbedeckung und entsprechende Kleidung tragen, und Sonnenschutzmittel mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor verwenden. Sonst aber können sie ein völlig normales Leben führen.

(Quelle: NOAH Albinismus Selbsthilfegruppe e.V.)

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